Ausstellung im Eberhard-Roters-Saal der Berlinischen Galerie
Werner Heldt ist seit der Nachkriegszeit als Maler der Berliner Häuser und Strassen bekannt. Geboren wurde Heldt am 17. November 1904 in Berlin, wo er bis auf sein freiwilliges Exil auf Mallorca und die Zeit im Kriegsdienst sein ganzes Leben verbrachte. Er starb am 3. Oktober 1954 während eines Erholungsaufenthalts auf der italienischen Insel Ischia.
Heldts hundertster Geburts- und fünfzigster Todestag im vergangenen Herbst ist für die Berlinische Galerie Anlass, nachträglich den Werken des Künstlers eine kleine Ausstellung zu widmen. Aus eigenen Beständen zeigt die Berlinische Galerie etwa 40 Zeichnungen, Druckgraphiken und Gemälde Werner Heldts.
Die Exponate veranschaulichen Heldts stilistische Entwicklung, beginnend mit gegenständlichen Darstellungen von Berliner Häusern und genreartigen Straßenszenen aus den späten zwanziger Jahren. Phantastischen Traumzeichnungen und der Darstellung von Massenszenen in den dreißiger Jahren folgen Arbeiten auf Feldpostpapier aus der unmittelbaren Nachkriegszeit.
Die Berliner Häuser und Straßen sind zeitlebens sein Thema, doch in den Jahren zwischen 1945 und 1954 verzichtet Heldt auf die Wiedergabe alles Lokalen und bedient sich einer zunehmend abstrakten Formensprache. Unter dem Eindruck seiner in Trümmern liegenden Heimatstadt mit ihren dunklen Fensterhöhlen und kahlen Brandmauern werden seine Bilder zu stillebenartigen Inszenierungen, in denen sich seine Auseinandersetzung mit dem Kubismus spiegelt. In den späten Stilleben mit Fensterdurchblick verbindet er den Blick nach draußen mit Gegenständen, die als zusätzliche Barriere den Innenraum von der äußeren Welt trennen,
oft aber auch beide Ebenen miteinander verklammern und zu einer flächigen Bildarchitektur ineinander schieben. In seiner letzten Schaffensphase übersetzt Werner Heldt die Stadtlandschaft in eine von der sichtbaren Wirklichkeit weitgehend unabhängige Bildform.