Skulpturen - Reliefs - Arbeiten auf Papier von Hans Arp
Die Ausstellung zeigt 170 exemplarische Werke von Hans Arp, in denen sein spezifischer und spielerischer Umgang mit Formen und die damit verbundene Sinngebung zum Ausdruck kommen. Dazu gehören Skulpturen, Reliefs, Druckstöcke, Arbeiten auf Papier und Lyrik.
Hans Arp war einer der agilsten und aktivsten Künstler der Klassischen Moderne. Berühmt und geehrt als Bildhauer der abstrakten oder besser der konkreten Form, wie er es selbst beschrieb, schuf er ein umfangreiches Werk, das sich keineswegs nur auf die Plastik beschränkte.
Gleich zu Beginn des Dadaismus 1916 in Zürich, zu dessen Mitbegründern er zählt, entwickelt er seinen ureigenen künstlerischen Ausdruck, eine biomorphe Formensprache, deren Hauptmotiv das bewegte Oval ist. Der Nabel als eine mögliche Gestaltung des Ovals wird fortan sein Markenzeichen. In endlosen Varitationen erprobt er sein künstlerisches Vokabular, lässt es sich in Zeichnung, Collage, Relief, Malerei, Stickerei, und auch in der Lyrik bewähren. Das Prinzip der Metamorphose, ein beständiges sich Wandeln der Formen, analog zum Kreislauf von Werden und Vergehen in der Natur, ist sein Ausgangspunkt. Scheu vor Gattungsgrenzen ist ihm fremd, seine Werke entstehen spontan, intuitiv, unbefangen und, nicht zuletzt wegen des Einflusses von Dada, frei von kunsthistorischen Vorgaben. Sein Schaffen hat eine spielerische Note, die den Werken eine angenehme Leichtigkeit verleiht.
Exemplarisch für seine euphorische Produktivität in den Dada-Jahren stehen die Illustrationen für die Gedichtbände "Vingt-cinq poèmes" von 1918 und "Cinéma calendrier du coer abstrait, maisons", 1920, des Dada-Gefährten Tristan Tzara. Die 1923 im Merz-Verlag seines Freundes Kurt Schwitters publizierte Mappe "7 Arpaden" kann als Manifestation seines künstlerischen Grundwortschatzes gelten. Hans Arp gestaltet mit Worten und Formen. Die darin erstmals vorkommenden Formen von Nabel, Schnurr-Uhr, Eier-Schläger und Schnurr-Hut sind fortan immer wiederkehrende Motive in Arp's Oeuvre.
Arp ist immer bildender Künstler und Lyriker zugleich. Nach einer langen Phase mit dem Schwerpunkt auf dem plastischen Werk, den Reliefs und Zeichnungen, in der nur einzelne graphische Blätter entstehen, erscheint 1952 wieder ein Mappenwerk mit 28 Holzschnitten, "Dreams and Projects". Hier schafft er in direkter Korrespondenz zueinander Holzschnitt, Relief, Zeichnung oder Collage wie die Werke "Schlangengeometrie" und "Fragment eines Blumenbeetes" anschaulich belegen.
In den 1950er Jahren experimentierte er wieder mit Farbe, besonders im graphischen Werk, welches er oftmals nachträglich koloriert. In dem Buch "Le Soleil recerclé", publiziert in seinem Todesjahr 1966, vereint er Lyrik und Farbholzschnitte als Summe seines künstlerischen Lebens und bietet dem Betrachter noch einmal das ganze Repertoire seines künstlerischen Schaffens: Biomorphe, konkrete, ovale und runde Formen auf dem klar definierten Grund des Blattes. Es sind viele "alte" Bekannte aus seinem reichhaltigen Lebenswerk, die bezeugen, dass für den geborenen Elsässer Hans Arp keine Grenzen existierten, weder im Bezug auf Länder und Sprachen, noch in der Kunst.